Nebeneffekte & Highlights


Nebeneffekte

Wer den Newsletter #10 gelesen hat (deutsche Übersetzung unter Newsletter), wird fest gestellt haben das die Daten von SETI@home nicht nur für die Suche nach außerirdischen Intelligenzen benutzt werden. Neben der Untersuchung der in diesem Newsletter erwähnten Wasserstoffverteilung im All, werden die Daten auch für weitere wissenschaftliche Projekte genutzt. Zwei weitere, von denen die Planetary Society auf ihrer Homepage einen Bericht brachte, möchte ich Euch hier näher bringen.

Auf der Suche nach den letzten Atemzügen von Schwarzen Löchern

Schwarze Löcher sind astronomische Objekte von enormer Masse und Dichte, die nach Einsteins Relativitätstheorie, eine solch massive Gravitation erzeugen das nicht einmal Licht ihr entkommen kann. Bis vor kurzem glaubte man noch, dass Schwarze Löcher eine unendliche Lebensspanne hätten. Dies änderte sich als Stephen Hawking zeigte das diese Phänomen doch ein Ende hat. Nach Hawking, beginnen Schwarze Löcher nach einer gewissen Zeit ihrer Lebensspanne zu schrumpfen, bis sie am Ende eine riesige Menge von Energie ausstoßen. Viele Wissenschaftler sind sich einig das es früher sehr viel mehr Schwarze Löcher gegeben hat und das viele im Moment ihrem Ende nahe sind. Das Problem dieser Theorie ist: Niemand hat bis jetzt einen solchen Ausbruch entdecken können.

An dieser Stelle kommen die Daten von SETI@home ins Spiel. Die Radiowellen die ein solcher Ausbruch erzeugt, sollten von SETI@home empfangen werden. Es ist allerdings die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Die Wissenschaftler müssen nach extrem kurzen Signalen suchen deren Länge etwa nur eine Millionstel Sekunde beträgt. Außerdem wird das Signal wahrscheinlich sehr breitbandig sein. Also eigentlich das Gegenteil der Signale die SETI@home sucht. Aus diesem Grund können Astronomen nicht die Analysen benutzen die von den Usern in der ganzen Welt berechnet werden. Stattdessen werden eigene Computer und Programme eingesetzt um die Datenflut zu bewältigen.

Die Suche nach Pulsaren

Als Jocelyn Bell im Jahr 1967 ein gleichmäßiges Signal aus dem Weltall empfing war die Aufregung groß. Zu erst wurde spekuliert das das Signal, dass in einen Intervall von exakt 3 und 2/3 einer Sekunde empfangen wurde keinesfalls einen natürlichen Ursprung haben könnte. Scherzhaft wurde Das Signal LGM (für "Little Green Men" = kleine grünen Männchen) genannt. Schnell wurde aber klar das es sich um ein noch unbekanntes astronomisches Phänomen handelte, das aufgrund des Signals Pulsar genannt wurde. Ein Pulsar ist ein Stern der auf Grund seiner stellaren Masse, kompakten Größe und schnellen Rotationsgeschwindigkeit ein solch regelmäßiges Signal erzeugen  das Wissenschaftler sie für die besten Uhren des Universums halten.

Da die Signale eines Pulsars sich ähnlich wie die eines Schwarzen Loches verhalten, scheint auch hier SETI@home eher keine große Rolle bei deren Entdeckung zu spielen. Trotzdem gibt es bestimmte Signalarten von Pulsaren die in der riesigen Datensammlung von SETI@home entdeckt werden können. Manchmal sendet ein Pulsar ein gigantisches Signal aus das es stärker ist als alle sonstigen Signale zusammen. Nach solchen Daten wird die Datenbank durchsucht. Wird ein solches Signal entdeckt, folgen weitere Untersuchungen der Himmelsregion. Auf diese Art hilft SETI@home den Astronomen vielleicht weitere Pulsare zu finden. Zur Zeit sind etwa 1500 Pulsare bekannt.

Dies sind nur zwei weitere Möglichkeiten die SETI@home Daten zu verwenden, vermutlich werden mit der Zeit weitere hinzukommen und uns Aufschluss über den Aufbau des Universums geben.

Quelle: The Planetary Society

Highlights

Um die Pionierarbeit und die Leistung von SETI@home auch richtig würdigen zu können, habe ich einige Daten auf dieser Seite zusammengestellt. Die Zahlenangaben beziehen sich auf den Stand vom Dezember 2000. 

 

SETI@home ist das erste Projekt das der Öffentlichkeit die Möglichkeit gibt, sich an der Suche, nach der Antwort auf die wichtigste Frage der Menschheit zu beteiligen! 

Diese Frage lautet: Sind wir allein im Universum.


SETI@home repräsentiert die größte öffentliche Beteiligung an einem wissenschaftlichen Experiment!

In den ersten 18 Monaten des Projekts haben sich etwa 2,6 Millionen Menschen aus 226 Ländern der Erde, die Software heruntergeladen. 


SETI@home ist der größte Supercomputer der Welt!

Durch seine Struktur hatte SETI@home bis zum Dezember 2000 die bemerkenswerte Rechenzeit von 500.000 Jahren erreicht, die täglich um ca. 1000 Jahre anwächst. Umgerechnet ergibt das etwa eine Rechenleistung von 25 Teraflops (25 Trillionen Rechenoperationen in der Sekunde) bei nur $500.000 Kosten, und hat damit die doppelte Leistungsstärke des besten Großcomputers, der es "nur" auf 12 Teraflops bringt, aber $110.000.000 gekostet hat.


Quellen: The Planetary Society & wired.com