Theorien

Wer sich nicht nur mit den technischen Konzepten von SETI befasst, wird in der Fachliteratur immer wieder auf Aussagen zur Biochemie und der entscheidenden Frage: "Wie entstand das Leben auf der Erde?" treffen. Erst danach gehen viele Bücher auf (intelligentes) Leben außerhalb unseres Heimatplaneten ein. Zur oben gestellten Frage haben kluge Köpfe verschiedene Theorien entwickelt, die ich nun hier teilweise vorstellen möchte.


Die Panspermie-Theorie

Diese Anfang des 20. Jahrhunderts von dem schwedischen Chemiker Svante Arrhenius entwickelte Theorie besagt das sich das Leben im freien Weltraum entwickelt haben soll. Dabei werden die extrem leichten Lebewesen (Sporen, Bakterien u.s.w.) durch die Strahlung im All vorangetrieben, bis sie auf einem Planeten landen. Viele Wissenschaftler lehnen diese Theorie ab, da sie das All für zu Lebensfeindlich halten. Sie gehen davon aus, dass keine Lebensform auf längere Zeit die kosmische Strahlung überleben könnte.

1986 stellten die Astronomen Hoyle und Wickramasinghe bei der Beobachtung des "Halleyschen"-Kometen die Theorie auf, das der Schweif aus Gas und Staub durch eine Gasansammlung entstehen könnte, die von Bakterien verursacht würde. Planeten die die Bahn eines Kometen kreuzten könnten auf diese Art "befruchtet" werden.

Die Huckpack-Methode wird auch bei Meteoriten vermutet. Der wohl best untersuchte Meteorit trägt die Bezeichnung ALH84001. Er ist besser bekannt als Mars Meteorit. Leider ist sich die Wissenschaft noch immer nicht darüber einig, ob es sich bei den gefundenen Spuren tatsächlich um fossile Bakterien handelt. Auch wird bestritten das lebende Materie, den Eintritt in die Atmosphäre geschweige den Aufschlag je überleben würde.

In einer Meldung vom 18. April 2001, die die Universität Berkeley veröffentlichte wird die letzte Aussage wiederlegt. Denn in einer Simulation,  mit einem mit Aminosäuren gefüllter Behälter, wurde ein solcher Einschlag nach gestellt. Nicht nur das ein Grossteil der Aminosäuren den simulierten Aufschlag überlebte, es bildeten sich auch Peptide (Verbindungen zu einer Kette von 2, 3 oder 4 Aminosäuren. Längere Ketten werden Polypeptide genannt, während noch länger Ketten die Proteine bilden). Interessanterweise sind von den mehr als 70 Aminosäuren die in Meteoriten gefunden wurden, nur acht identisch mit den 20 Aminosäuren welche die Grundlage für irdisches Leben bilden.

Quelle des letzten Absatz: The Planetary Scociety


Die Ursuppe

Die Idee das wir alle Kinder der Sterne sind mag verlocken, hat aber einen entscheidenden Nachteil. Sie erklärt nicht die Entstehung des Lebens, sondern verlegt sie nur ins All. Eine andere Theorie die auch früher entwickelt wurde sollte da mehr Aufschluss geben. Charles Darwin drückte es so aus: "Das Leben begann in einem wahrem Tümpel". Die Ursuppe war geboren.

Die Idee die dahinter steht hört sich Simpel an. Aus den, in den Anfängen der Erde, vorhandenen Elementen sollen die ersten Lebenskeime entstanden sein. Dies wurde von den Chemiker Harold Urey aufgenommen und 1953 in einem Experiment umgesetzt. Urey entschied sich dabei für eine Mischung aus Methan, Wasserstoff und Ammoniak, da er annahm das dies der Erdatmosphäre zur Zeit ihres Entstehens entsprach. Durch geführt wurde das Experiment durch seinen Assistenten Stanley Miller. Sie mischten die Gasse fügten etwas Wasser hinzu und bearbeitete diese Mischung mit elektrischen Funken die einen Gewitterblitz simulieren sollten.  Innerhalb einer Woche färbte sich das Wasser rotbraun. Nach einer Analyse fand man dann auch tatsächlich Aminosäuren. Wie bereits erwähnt sind dies Grundstoffe von Proteinen.

Da man bereits nach einer Woche ein solches Ergebnis erzielte, ging man davon aus das sich nach längerer Zeit zwangsläufig Leben bilden müsse.

Nach der anfänglichen Euphorie entwickeln sich aber langsam doch auch Zweifel. Erstens gehen Geologen mittlerweile davon aus das die verwendeten Elemente nicht der Uratmosphäre unserer Erde entsprechen. Und zweitens ist es auch bei anderen Experimenten gelungen Aminosäuren zu bilden. Das Miller-Urey-Experiment ist aber dennoch ein Meilenstein, auch wenn es nicht mehr den Status geniest wie in den fünfziger Jahren.

Die Frage nach der Entstehung des Lebens wird vorerst weiter offen bleiben.